Alles abgeklärt – und trotzdem krank? Vielleicht fehlt das eine Puzzlestück, nach dem niemand gesucht hat.
Ernährung
Hormone
Darm
Schilddrüse
Chronische Infektionen
Schlaf
Stress
Mikronährstoffe
Umwelt
Vieles wird geprüft. Ein Teil fehlt oft.
Kennst du das?
Du bist müde. Ständig. Du wachst morgens auf und bist schon erschöpft. Kein Antrieb, keine Konzentration.
Also gehst du von Arzt zu Arzt. Und bekommst immer wieder die gleichen Antworten:
Blutwertealles in Ordnung
Magenspiegelungunauffällig
Stuhltestnegativ
Und trotzdem sagt dir dein Körper jeden Tag: Da stimmt was nicht.
„Das ist psychosomatisch“, heißt es dann. „Stress. Vielleicht die Hormone.“
Aber du spürst: Da ist mehr. Irgendetwas ist aktiv. Im Verborgenen.
„Bevor jemand ‚psychosomatisch‘ sagt, sollte eine Frage beantwortet sein: Kämpft das Immunsystem gegen etwas, das noch niemand gesucht hat?“
– Adrian Maas
Was Studien zeigen
Was, wenn deine Symptome einen Namen haben?
Viele Menschen mit Hashimoto, Reizdarm, Fibromyalgie oder chronischer Erschöpfung fühlen sich über Jahre nicht ernst genommen. Dabei finden Studien bei genau diesen Diagnosen auffällige Zusammenhänge mit Infektionen.
Hashimoto-Thyreoiditis
46,5 % vs. 10,8 %
der Menschen mit Hashimoto hatten in einer Fall-Kontroll-Studie Antikörper gegen das Magenbakterium Helicobacter pylori – in der gesunden Kontrollgruppe nur 10,8 %. [1] Eine Meta-Analyse kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. [2] In einer kleinen Untersuchung sanken die Schilddrüsen-Antikörper, nachdem die Helicobacter-Infektion behandelt worden war. [3]
Einordnung: Kleine Studien, gemischte Datenlage: Nicht alle Untersuchungen finden für Hashimoto einen signifikanten Zusammenhang. [4]
Nachtschweiß & Erschöpfung
Immer nur die Hormone?
Ein Fallbericht beschreibt eine 36-jährige Frau mit jahrelanger Erschöpfung, Konzentrationsproblemen, Schmerzen, Nachtschweiß und Schüttelfrost. Eingeordnet wurde das als chronisches Erschöpfungssyndrom – bis Bluttests eine Infektion mit Babesien zeigten, einem durch Zecken übertragenen Erreger. [5]
Einordnung: Einzelfallbericht – er zeigt, dass so etwas vorkommen kann, nicht wie häufig.
Reizdarmsyndrom
30 % vs. 16 %
der Reizdarm-Patienten hatten in einer Fall-Kontroll-Studie mindestens einen Erreger im Darm, meist Einzeller – in der gesunden Kontrollgruppe nur 16 %. Am häufigsten: Blastocystis hominis und Giardia lamblia. [6]
Einordnung: Zusammenhang, kein Ursachenbeweis. Studie aus dem Iran.
Fibromyalgie & Erschöpfung
~50 % vs. ~10 %
Eine Übersichtsarbeit berichtet Mykoplasmen-Nachweise im Blut bei rund der Hälfte der untersuchten Patienten – bei Gesunden in etwa jedem zehnten Fall. [7]
Einordnung: Ältere Arbeit, kleine Datenbasis. Zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache.
ME/CFS
Oft beginnt es mit einem Infekt
Viele Betroffene kommen danach nie wieder richtig zu Kräften. Diskutiert werden u. a. das Epstein-Barr-Virus sowie Chlamydia pneumoniae und Mykoplasmen. [8]
Einordnung: Die Ursachen von ME/CFS sind nicht abschließend geklärt.
Depressive Symptome
Die Katze als Spur?
Bartonellen können über Katzenkratzer übertragen werden. In einer vorab registrierten Studie zeigten Menschen mit Bartonella-Antikörpern höhere Depressionswerte als Menschen ohne. [9]
Einordnung: Korrelation – kein Nachweis, dass die Infektion die Ursache ist.
Manche Erreger verursachen keine akute Krankheit – sie bleiben einfach.
Nur wer weiß, wonach er sucht, kann es auch finden
Chronische Infektionen sind kein Randthema. Aber im Praxisalltag bleibt für diese Frage oft wenig Zeit. Wer nicht gezielt danach fragt, findet sie häufig nicht.
Dabei geht es vor allem um vier Gruppen von Erregern:
Stell dir vor, du trittst barfuß in einen Dorn. Es schmerzt, die Haut rötet sich, vielleicht entzündet sie sich sogar.
Also kühlst du, cremst, nimmst etwas gegen die Schmerzen. Das lindert. Aber es kommt immer wieder.
Weil der Dorn noch steckt.
Viele Menschen arbeiten an der Oberfläche: Ernährung, Hormone, Vitamine. Das kann alles sinnvoll sein. Doch wenn chronische Beschwerden bleiben, lohnt sich eine Frage, die selten gestellt wird: Gibt es einen Dorn, nach dem noch niemand gesucht hat?
Steckt bei dir ein Dorn?
Im Kurs erkläre ich die häufigsten chronischen Infektionen – und welche Testverfahren es gibt.
4 Irrtümer, die die Suche nach der Ursache ausbremsen
IRRTUM NR. 1
„Mein Arzt hat im Labor getestet – da kam nichts raus“
Ein negatives Ergebnis ist eine wichtige Information. Aber nicht jeder Test erfasst jede Infektion in jedem Stadium. In einer großen Übersichtsarbeit zur Borreliose erkannten Antikörpertests im frühen Stadium nur rund die Hälfte der Fälle – in späteren Stadien deutlich mehr. [10]
Dazu kommt: Je nach Erreger gibt es unterschiedliche Verfahren. Welches eingesetzt wird, hängt von Fragestellung, Labor und Kostenübernahme ab – nicht jede Untersuchung zahlt die Krankenkasse.
Nicht alle Erreger leben im Darm, und manche werden nur unregelmäßig ausgeschieden. Labore empfehlen bei Verdacht deshalb Proben von mehreren Tagen. Ein einzelner negativer Befund schließt eine Infektion nicht sicher aus. [11]
IRRTUM NR. 3
„So etwas holt man sich nur auf Fernreisen“
Falsch. Etwa die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland hatte bereits Kontakt mit dem Toxoplasmose-Erreger Toxoplasma gondii – meist ganz unbemerkt. [12]
IRRTUM NR. 4
„Haustiere brauchen Wurmkuren, wir Menschen nicht“
Hunde mit Freigang sollen laut Experten mindestens viermal im Jahr eine Wurmkur bekommen. Dabei wird oft vergessen: Viele dieser Würmer können auch Menschen befallen.
Die winzigen Eier des Hundespulwurms (Toxocara canis) gelangen über Erde, ungewaschenes Obst oder Hundehaare ins Haus. Werden sie verschluckt, können die Larven durch den Körper wandern und Organe wie Leber, Lunge oder Augen schädigen. [13]
Beim Hund wird mehrmals im Jahr vorgesorgt. Beim Menschen denkt oft niemand daran. Wer engen Tierkontakt und anhaltende Beschwerden hat, sollte das im Arztgespräch ansprechen.
„Aber es wird doch nicht jede Krankheit durch eine Infektion ausgelöst?“
Stimmt. Und das behaupte ich auch nicht.
Ich sage nur: Bevor eine Verlegenheitsdiagnose gestellt wird, sollten chronische Infektionen als Ursache bedacht worden sein. Diese Frage wird viel zu selten gestellt.
Über mich
Warum ausgerechnet ein Quereinsteiger darüber schreibt
Ich bin kein Arzt. Kein Heilpraktiker. Ich bin selbst betroffen – und ich weiß, wie es ist, wenn alle Befunde unauffällig sind und die Beschwerden trotzdem bleiben.
Angefangen hat es schon als Kind: Ich hatte Neurodermitis, und die Antwort war jedes Mal Cortisoncreme. Erst Jahre später, bei einem naturheilkundlich arbeitenden Arzt, habe ich gelernt zu fragen: Woher kommt das eigentlich?
Dann erkrankte meine Mutter an Hashimoto. Ihre Werte waren „in Ordnung“ – ihr ging es trotzdem nicht gut. Ich habe angefangen zu recherchieren: Fachbücher, Leitlinien, vor allem Studien. Daraus ist miavola entstanden, mein Herzensprojekt rund um die Schilddrüse.
Dabei bin ich immer wieder auf dieselbe Lücke gestoßen: chronische Infektionen. Gut belegt, oft übersehen.
Von Betroffenen für Betroffene
Mitgründer & Chief Science Officer von miavola – Aufklärung rund um die Schilddrüse
Ausbildung zum Hormonpraktiker nach Dr. Rieger (laufend)
Fortbildung Infektiologie bei Rolf Jansen-Rosseck
„Ich zeige dir, was Studien beobachten – nicht, was ich glaube. Und ich sage dir ehrlich, wo die Datenlage dünn ist.“
Adrian MaasKeine Diagnosen. Keine Therapieempfehlungen.
Der Kurs · Licht ins Dunkel
39 €
Das fehlende Puzzlestück verstehen – kompakt in einem Kurs
Diese Seite kratzt nur an der Oberfläche. Im Kurs erkläre ich die häufigsten chronischen Infektionen: kurz, verständlich und mit Quellen.
Die häufigsten chronischen Infektionen – was sie ausmacht und womit Studien sie in Verbindung bringen
Welche Testverfahren es gibt und wie sie sich unterscheiden – sachlich, ohne Wertung
Der Kurs dient der Information. Diagnose und Behandlung gehören zu Arzt oder Therapeut.
Für Ärzte & Therapeuten
Lass uns über Studien reden
Du bist Ärztin, Arzt oder Therapeut? Ich freue mich über fachlichen Austausch zur Studienlage, zur Literatur rund um die Labordiagnostik und zu Beobachtungen aus deiner Praxis. Du bewertest eine Quelle anders? Schreib mir – jede begründete Korrektur macht diese Seite besser.
„[ZITAT – z. B. wie Adrian Studien aufbereitet oder was den Austausch mit ihm wertvoll macht]“
[NAME][Facharzt für … / Praxis, Ort]
„[ZITAT]“
[NAME][Heilpraktikerin / Therapeut, Ort]
„[ZITAT]“
[NAME][Funktion, Ort]
Zum Weiterwischen nach links ziehen.
Häufige Fragen
Bist du Arzt oder Heilpraktiker?
Nein. Ich bin Quereinsteiger und vermittle Wissen aus Studien und Fachliteratur. Ich stelle keine Diagnosen und behandle niemanden.
Meine Befunde waren unauffällig. Was heißt das?
Unauffällige Befunde sind wertvoll – sie beantworten aber nur die Fragen, die gestellt wurden. Welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind, klärst du am besten mit deinem Arzt.
Bekomme ich eine Therapieempfehlung?
Nein. Diese Seite und der Kurs helfen dir, die richtigen Fragen zu stellen. Diagnostik und Behandlung gehören zu Ärzten und Therapeuten.
Woher stammen die Informationen?
Aus begutachteten Studien, Fachliteratur und offiziellen Gesundheitsportalen. Alle Quellen sind unten verlinkt.
Quellen
Aghili R, Jafarzadeh F, Ghorbani R, Khamseh ME, Salami MA, Malek M (2013). The association of Helicobacter pylori infection with Hashimoto’s thyroiditis. Acta Medica Iranica 51(5):293–296. PubMed
Hou Y, Sun W, Zhang C, Wang T, Guo X, Wu L, Qin L, Liu T (2017). Meta-analysis of the correlation between Helicobacter pylori infection and autoimmune thyroid diseases. Oncotarget 8(70):115691–115700. doi:10.18632/oncotarget.22929
Bertalot G, Montresor G, Tampieri M, Spasiano A, Pedroni M, Milanesi B, Favret M, Manca N, Negrini R (2004). Decrease in thyroid autoantibodies after eradication of Helicobacter pylori infection. Clinical Endocrinology 61(5):650–652. doi:10.1111/j.1365-2265.2004.02137.x
Shi WJ, Liu W, Zhou XY, Ye F, Zhang GX (2013). Associations of Helicobacter pylori infection and cytotoxin-associated gene A status with autoimmune thyroid diseases: a meta-analysis. Thyroid 23(10):1294–1300. doi:10.1089/thy.2012.0630
Lacout A, Zedan A, Perronne C (2023). After Years of Medical Wandering, A Diagnosis of Chronic Babesiosis Saves A Patient. Archives of Microbiology and Immunology 7:246–249. fortunejournals.com
Shafiei Z, Esfandiari F, Sarkari B, Rezaei Z, Fatahi MR, Hosseini Asl SMK (2020). Parasitic infections in irritable bowel syndrome patients: evidence to propose a possible link, based on a case–control study in the south of Iran. BMC Research Notes 13:264. doi:10.1186/s13104-020-05118-x
Endresen GK (2003). Mycoplasma blood infection in chronic fatigue and fibromyalgia syndromes. Rheumatology International 23(5):211–215. PubMed
Ärzte Zeitung: Chronisch erschöpft und dazu unverstanden. aerztezeitung.de
Flegr J, Preiss M, Balátová P (2018). Depressiveness and Neuroticism in Bartonella Seropositive and Seronegative Subjects – Preregistered Case-Control Study. Frontiers in Psychiatry 9:314. doi:10.3389/fpsyt.2018.00314
Leeflang MMG et al. (2016). The diagnostic accuracy of serological tests for Lyme borreliosis in Europe: a systematic review and meta-analysis. BMC Infectious Diseases 16:140. doi:10.1186/s12879-016-1468-4
IMD Berlin: Hinweise zur Stuhldiagnostik. imd-berlin.de